aktualisiert am 3. August 2025
Wenn der Hochsommer sich langsam dem Spätsommer nähert, denken viele im Garten an Ernte und Erholung. Doch genau jetzt ist der richtige Moment gekommen, um einige Gehölze zurückzuschneiden. Nicht nur, weil es dem Pflanzenwachstum guttut – auch für die Blühfreude im nächsten Jahr und eine gesunde Struktur ist der Augustschnitt entscheidend. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: Muss ich wirklich im Sommer schneiden? – Die Antwort lautet: Ja, bei bestimmten Arten ist das sogar besonders sinnvoll.
Warum ist der Gehölzschnitt im August so wichtig?
Viele Gartenfreunde verbinden den Gehölzschnitt eher mit dem Winter oder dem frühen Frühjahr. Doch einige Pflanzen profitieren ganz bewusst von einem Schnitt im Spätsommer. Die Säfte fließen langsamer, das Wachstum beruhigt sich, und die Wunden verheilen oft schneller als im Winter. Außerdem kannst du im August bereits sehr gut erkennen, wie sich die Pflanze entwickelt hat – und was weg kann.
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Ein weiterer Vorteil: Viele Gehölze sind nach der Blüte bereit für den Rückschnitt, damit sie im nächsten Jahr wieder kraftvoll austreiben und Blüten bilden. Der August bietet dir also die Chance, Ordnung in die grüne Struktur zu bringen, Krankheiten zu vermeiden und gleichzeitig für eine prachtvolle nächste Saison zu sorgen.
Gehölz Nr. 1: Lavendel – der Klassiker unter den Sommerschnitten
Lavendel ist streng genommen kein klassisches Gehölz, aber sein verholzender Wuchs macht ihn schnittbedürftig. Nach der Hauptblüte im Juli oder August ist der perfekte Zeitpunkt, um ihn zurückzuschneiden.
Ein starker Rückschnitt im Frühjahr bringt zwar Vitalität, aber der Schnitt im August hilft dabei, die Pflanze kompakt zu halten und ein Verholzen der unteren Triebe zu verhindern. Achte darauf, nicht ins alte Holz zu schneiden – dort treibt Lavendel nur schwer wieder aus. Schneide etwa ein Drittel der Pflanze ab, möglichst so, dass ein kleiner grüner Rest mit jungen Trieben stehen bleibt.
Wenn du deinen Lavendel regelmäßig im Spätsommer schneidest, wirst du lange Freude an einer kompakten, blühfreudigen Pflanze haben – Jahr für Jahr.
Gehölz Nr. 2: Buchsbaum – Form erhalten, Gesundheit fördern
Der Buchsbaum ist robust, aber empfindlich gegenüber Krankheiten wie dem Buchsbaumzünsler oder Pilzbefall. Ein Rückschnitt im August – nach dem zweiten Austrieb – kann helfen, die Pflanze gesund zu halten.
Jetzt ist der Saftfluss moderat, die Wunden verheilen rasch, und die Pflanze hat noch genug Zeit, sich vor dem Winter zu stabilisieren. Nutze den Schnitt auch, um abgestorbene oder nach innen wachsende Triebe zu entfernen – das verbessert die Durchlüftung und beugt Krankheiten vor.
Viele Gartenfreunde fragen sich: Wie oft soll ich den Buchs eigentlich schneiden? – Zwei Schnitte pro Jahr, einer im Mai und einer im August, sind optimal. So bleibt er schön in Form und vital.
Gehölz Nr. 3: Sommerflieder (Buddleja) – Altblüten raus, Blühfreude verlängern
Der Sommerflieder ist bekannt für seine imposanten Blütenrispen und die Schmetterlinge, die er anzieht. Was viele nicht wissen: Wenn du im August die verblühten Rispen entfernst, regst du die Pflanze zur Nachblüte an.
Ein radikaler Rückschnitt erfolgt zwar erst im Frühjahr, aber der sogenannte Remontierschnitt – also das Entfernen der Blüten nach der ersten Blüte – bringt noch einmal Farbe in den Spätsommer. Schneide dabei die verblühten Rispen samt einem kleinen Teil des Triebes zurück.
Der Sommerflieder reagiert darauf mit neuen Blütenknospen. Gleichzeitig wirkt der Strauch gepflegter und weniger ausgelaugt. So holst du das Maximum aus deiner Buddleja heraus – optisch und ökologisch.
Gehölz Nr. 4: Hecken (Liguster, Hainbuche, Thuja) – sauber in Form bringen
Hecken benötigen klare Linien – nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch für ihre Gesundheit. Ein Schnitt im August ist ideal, um das Wachstum zu zügeln und die Form zu erhalten. Besonders bei Liguster oder Hainbuche solltest du jetzt noch einmal zur Schere greifen, bevor das Wachstum im Herbst komplett ruht.
Doch Vorsicht: Der Augustschnitt sollte spätestens Mitte des Monats erfolgen, damit die Hecke noch genügend Zeit zum Abhärten hat. Späterer Schnitt kann zu frostempfindlichem Neuaustrieb führen.
Ein häufiges Problem sind kahle Stellen im unteren Bereich. Um das zu vermeiden, solltest du die Hecke trapezförmig schneiden – also unten breiter als oben. So bekommt jede Partie ausreichend Licht.
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Besonders schnittverträgliche Heckenarten für den August:
Vor dem Schneiden stellt sich oft die Frage: Welche Heckenarten vertragen den Augustschnitt gut? Hier eine kurze Übersicht:
| Heckenart | Augustschnitt geeignet? | Besonderheiten beim Schnitt |
|---|---|---|
| Liguster | Ja | Zweimal jährlich schneiden, auch im August |
| Hainbuche | Ja | Verträgt kräftigen Rückschnitt |
| Thuja | Ja, aber vorsichtig | Nur ins grüne Holz schneiden, nicht ins alte |
| Eibe | Ja | Gut schnittverträglich, auch im Spätsommer |
| Kirschlorbeer | Nein | Empfindlich gegenüber Spätsommerschnitt |
Ein abschließender Tipp: Schneide nie bei praller Sonne – das kann zu Verbrennungen an den frisch geschnittenen Blättern führen. Ein bewölkter Tag ist ideal für den Heckenschnitt im August.
Gehölz Nr. 5: Johannisbeeren – verjüngen nach der Ernte
Sobald die letzten Beeren geerntet sind, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, deine Johannisbeersträucher zu schneiden. Rote und weiße Johannisbeeren tragen ihre Früchte überwiegend am zwei- bis dreijährigen Holz – ältere Triebe solltest du also entfernen, um Platz für junge, fruchtbare Triebe zu schaffen.
Anders bei der schwarzen Johannisbeere: Sie trägt eher am einjährigen Holz, daher dürfen hier auch jüngere Triebe weichen, um die Qualität zu verbessern. Das Ziel ist in beiden Fällen eine lockere, gut durchlüftete Struktur, damit Pilzkrankheiten keine Chance haben.
Viele Hobbygärtner schneiden ihre Beerensträucher erst im Winter – aber der Augustschnitt hat klare Vorteile: Die Schnittstellen verheilen besser, die Pflanze reagiert prompt mit frischem Wachstum, und du legst schon jetzt die Basis für eine reiche Ernte im nächsten Jahr.
Worauf du beim Augustschnitt sonst noch achten solltest
Nicht nur die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist entscheidend, sondern auch das Werkzeug. Achte auf scharfe, saubere Scheren, damit du glatte Schnittflächen bekommst. So reduzierst du das Risiko von Krankheiten.
Außerdem wichtig: Schneide nie bei großer Hitze oder Trockenheit. Am besten eignen sich die frühen Morgenstunden eines bewölkten Tages – dann sind die Pflanzen nicht gestresst, und du selbst kommst nicht ins Schwitzen.
Ein weiterer Tipp: Entsorge das Schnittgut nicht einfach irgendwo. Vor allem bei kranken Pflanzenteilen solltest du es nicht auf den Kompost werfen, sondern im Restmüll entsorgen oder verbrennen – sofern erlaubt.
Zusammenfassung: Diese Gehölze solltest du im August schneiden
Nach all den Details hilft dir eine kurze Übersicht, den Überblick zu behalten. Hier sind die fünf wichtigsten Gehölze für den Augustschnitt in Stichpunkten:
- Lavendel: Nach der Blüte schneiden, aber nicht ins alte Holz
- Buchsbaum: Zweiter Formschnitt des Jahres – luftig schneiden
- Sommerflieder: Verblühtes entfernen für neue Blüten
- Hecken: Letzter Schnitt vor dem Herbst – auf Form achten
- Johannisbeeren: Nach der Ernte verjüngen, fruchttragende Triebe fördern
Wenn du diese fünf Kandidaten im Blick behältst, legst du schon im August den Grundstein für einen gesunden, blühfreudigen Garten im kommenden Jahr. Gleichzeitig wirkst du Krankheiten entgegen und sorgst für eine ordentliche, gepflegte Optik.
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FAQ – Häufige Fragen zum Gehölzschnitt im August
Warum sollte ich überhaupt im August schneiden und nicht erst im Herbst oder Frühjahr?
Der August bietet ideale Bedingungen: milde Temperaturen, langsameres Wachstum, bessere Heilung. Gerade bei Pflanzen wie Lavendel, Sommerflieder oder Johannisbeeren bringt der Sommerschnitt klare Vorteile.
Was passiert, wenn ich zu spät im August schneide?
Ein später Schnitt kann dazu führen, dass die Pflanze neu austreibt und diese Triebe nicht mehr rechtzeitig vor dem Frost ausreifen. Das macht sie anfällig für Frostschäden – also lieber bis spätestens Mitte/Ende August schneiden.
Darf ich auch Obstbäume im August schneiden?
Ja, insbesondere bei stark wachsenden Bäumen wie Pfirsich oder Walnuss ist der sogenannte „Sommerschnitt“ sinnvoll, um das Wachstum zu regulieren. Für den klassischen Obstbaumschnitt bei Apfel oder Birne ist aber meist der Winter besser geeignet.
Gehölzschnitt im August – das brauchst du und musst du beachten
Vorbereitung:
- Schneidewerkzeug prüfen und ggf. schärfen
- Pflanzen auf Krankheiten kontrollieren
- Wettervorhersage prüfen (nicht bei Sonne oder Trockenheit schneiden)
Beim Schneiden:
- Nur ins grüne Holz schneiden (z. B. bei Thuja oder Lavendel)
- Kranke oder abgestorbene Triebe entfernen
- Keine radikalen Rückschnitte bei frostempfindlichen Arten
Nach dem Schnitt:
- Schnittgut fachgerecht entsorgen
- Pflanzen ggf. wässern (vor allem bei Trockenheit)
- Beobachten, wie die Pflanze reagiert
Wenn du dir den Augustschnitt zur Gewohnheit machst, wird dein Garten dir mit Vitalität, Blühfreude und gesunder Struktur danken – ganz ohne Hektik, aber mit dem richtigen Blick für den richtigen Zeitpunkt.

