aktualisiert am 16. Januar 2026
Der Winter stellt viele Pflanzen im Garten und auf dem Balkon vor große Herausforderungen. Frost, Schnee, Wind und Trockenheit können sie schwer belasten und sogar das Überleben gefährden. Doch mit den richtigen Überwinterungsmaßnahmen kannst du dafür sorgen, dass deine Pflanzen gut durch die kalte Jahreszeit kommen und im Frühling wieder in voller Pracht erblühen. In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du, wie du verschiedenste Pflanzenarten überwintern kannst und welche speziellen Maßnahmen notwendig sind, um sie vor den winterlichen Einflüssen zu schützen.
- Pflanzen erfrieren im Winter oft nicht, weil es zu kalt ist, sondern weil sie austrocknen.
- Kübelpflanzen sind besonders gefährdet, weil ihre Wurzeln weniger geschützt sind als im Beet.
- Ein zu warmer Überwinterungsort kann mehr schaden als ein kalter – viele Pflanzen brauchen ihre Winterruhe.
Der richtige Zeitpunkt zum Überwintern
Viele Hobbygärtner sind unsicher, wann der beste Zeitpunkt ist, um Pflanzen ins Winterquartier zu holen oder draußen zu schützen.
Wichtig ist, dass du nicht zu früh handelst. Werden Pflanzen zu zeitig ins Haus geholt, bekommen sie dort weniger Licht und oft zu viel Wärme – das kann sie schwächen und anfälliger für Krankheiten machen.
Grundregel:
Hol deine Kübelpflanzen erst dann ins Winterquartier, wenn die Nächte regelmäßig unter fünf Grad Celsius fallen.
Für frostempfindliche Pflanzen gilt: Warte, bis die ersten leichten Fröste angekündigt sind, aber nicht länger.
Welche Pflanzen brauchen Schutz im Winter?
Nicht alle Pflanzen benötigen die gleiche Pflege im Winter. Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Pflanzengruppen, die Schutz benötigen, und welche Maßnahmen für sie geeignet sind:
- Frostempfindliche Stauden: Diese Pflanzen benötigen Schutz in Form von Mulch oder einer leichten Abdeckung.
- Mediterrane und exotische Pflanzen: Olivenbäume, Zitronenbäume und Co. benötigen oft besondere Pflege und Schutzmethoden.
- Kübelpflanzen: Diese sind aufgrund des eingeschränkten Wurzelraums besonders frostgefährdet und sollten eventuell ins Haus geholt oder gut isoliert werden.
Methoden des Pflanzenschutzes im Winter
Es gibt verschiedene Methoden, um Pflanzen vor Kälte und Frost zu schützen. Hier sind die wichtigsten Schutztechniken:
Abdecken und Mulchen
Mulch ist ein hervorragender Schutz für empfindliche Wurzeln und kann helfen, die Bodentemperatur stabil zu halten. Das Abdecken mit Tannenzweigen oder speziellen Garten-Vliesen schützt die Pflanzen vor Kälte und Wind.
- Wie mulcht man richtig? Verwende eine 5–10 cm dicke Schicht organischen Materials wie Rindenmulch oder Laub um die Basis der Pflanze.
- Welche Abdeckungen sind geeignet? Tannenzweige, Stroh oder spezielles Gartenvlies sind optimal, um Pflanzen vor Frost zu schützen.
Kübelpflanzen richtig isolieren
Kübelpflanzen sind besonders gefährdet, da ihre Wurzeln weniger geschützt sind. Eine gute Methode, Kübelpflanzen vor Frost zu schützen, ist das Isolieren des Topfs.
- Standortwahl: Stelle Kübelpflanzen möglichst nah an die Hauswand oder ins Gewächshaus.
- Topfisolierung: Wickel den Topf in Noppenfolie oder Vlies ein und stelle ihn auf eine isolierende Unterlage, um Kälte vom Boden abzuhalten.
Schutz vor Wind und Trockenheit
Auch Wind und Wintersonne können für Pflanzen im Winter problematisch sein, da sie die Blätter austrocknen. Ein Windschutz kann hier helfen, die Pflanzen zu schützen.
- Windschutz aufbauen: Baue eine kleine Barriere aus Bambusmatten oder Windschutznetzen auf, um empfindliche Pflanzen vor kaltem Wind zu schützen.
- Bewässerung an frostfreien Tagen: Gieße immer dann, wenn die Temperaturen über 0 °C steigen, um Trockenheitsschäden zu verhindern.
Überwinterungsorte für Pflanzen
Manche Pflanzen müssen in geschützte Überwinterungsorte wie ein Wintergarten, Keller oder Gewächshaus gebracht werden, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen.
- Winterquartiere für mediterrane und exotische Pflanzen: Ein heller, kühler Raum wie ein Wintergarten ist ideal für Zitronenbaum, Olive und Co.
- Keller und Garagen für winterharte Kübelpflanzen: Wenn es dort frostfrei bleibt, sind diese Orte für viele Pflanzen ausreichend.
- Überwinterungszelte oder Frostschutzzelte: Ideal für große Kübelpflanzen im Freien, bieten Schutz vor Frost und Wind.
Spezielle Pflege im Winter
Selbst im Winter brauchen Pflanzen Pflege. Allerdings unterscheidet sich die Pflege deutlich von der in den wärmeren Jahreszeiten.
- Gießen: Auch im Winter brauchen Pflanzen Wasser. An frostfreien Tagen sollte sparsam gegossen werden, um die Wurzeln vor Austrocknung zu schützen.
- Düngen einstellen: Düngen ist im Winter nicht notwendig, da sich die Pflanzen in einer Ruhephase befinden.
- Schädlingskontrolle: Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge, da trockene Luft im Winterquartier Schädlingsbefall fördern kann.
Spezifische Anleitungen für beliebte Pflanzenarten
Einige Pflanzenarten benötigen spezielle Überwinterungsmaßnahmen. Hier sind die wichtigsten Tipps für einige der beliebtesten Pflanzen im Garten und auf dem Balkon:
- Lavendel überwintern: Rückschnitt und Abdeckung zum Schutz vor Kälte.
- Rosen überwintern: Anhäufeln und eventuell mit Vlies abdecken.
- Palmen überwintern: Isolierung und Frostschutz für Palmen im Freien.
- Rosmarin überwintern: In kalten Regionen abdecken oder ins Haus holen.
- Oleander überwintern: In einem kühlen, hellen Raum bei 5–10 °C aufstellen.
- Zitronenbaum überwintern: An einem hellen, frostfreien Ort bei 5–10 °C aufstellen.
- Fuchsien überwintern: Rückschnitt und frostfreie Lagerung bei 2–10 °C.
- Geranien überwintern: Zurückschneiden und in einem kühlen, hellen Raum aufbewahren.
- Dahlien überwintern: Knollen ausgraben und trocken bei ca. 5 °C lagern.
- Feigenbaum überwintern: Mit Frostschutz draußen oder frostfrei drinnen lagern.
- Lilien überwintern: Im Beet mit Laub oder Mulch abdecken. In sehr kalten Regionen Zwiebeln ausgraben und kühl lagern.
- Olivenbaum überwintern: Bei Frostgefahr ins Haus oder Winterquartier bei 5–10 °C stellen.
- Buchsbaum überwintern: Bei starkem Frost zusätzlich mit Vlies oder Jute abdecken.
- Chrysanthemen überwintern: Vor Frost schützen, zurückschneiden und mit Reisig oder Laub abdecken.
- Hortensien überwintern: Wurzelbereich mit Laub oder Mulch abdecken, Knospen mit Vlies schützen und an frostfreien Tagen leicht gießen.
- Palmlilie überwintern: Im Topf oder Beet vor Frost und Nässe schützen, Wurzelbereich abdecken und nur sparsam gießen.
- Dipladenia überwintern: Bei unter 10 °C ins Haus holen, hell und kühl (8–12 °C) stellen, wenig gießen, nicht düngen.
- Orangenbaum überwintern: Bei Temperaturen unter 8 °C ins Haus holen, hell und kühl stellen, nur sparsam gießen, nicht düngen.
- Begonien überwintern: Vor dem ersten Frost ausgraben, Knollen trocken und frostfrei lagern, nicht gießen, dunkel aufbewahren.
- Thymian überwintern: Ein windgeschützter Standort verbessert zusätzlich die Überlebenschancen.
- Pampasgras überwintern: Ein kühler, heller Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad ist ideal.
- Petunien überwintern: Ideal ist ein heller, aber kühler Raum mit Temperaturen zwischen 8 und 12 °C.
- Schmucklilie überwintern: Sobald die Temperaturen unter 5 Grad sinken, sollte die Pflanze eingeräumt werden.
Häufige Fehler beim Überwintern
Gerade am Anfang passieren schnell Fehler, die den Pflanzen im Winter schaden.
Hier sind drei der häufigsten Probleme, die du leicht vermeiden kannst:
- Zu viel Wasser: Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Lieber etwas zu wenig gießen als zu viel.
- Falscher Standort: Zu warm und dunkel ist genauso schädlich wie zu kalt.
- Zu früh einräumen: Pflanzen sollten so lange wie möglich draußen bleiben, um stark und gesund zu bleiben.
Achte besonders auf die Kombination von Wärme und Dunkelheit. Sie ist einer der Hauptgründe, warum Pflanzen im Winter geschwächt aus der Ruhephase kommen.
Überwinterung vorbereiten – Schritt für Schritt
Bevor die Temperaturen dauerhaft sinken, solltest du rechtzeitig planen. Überwinterung ist nicht kompliziert, wenn du systematisch vorgehst.
Schritt 1: Pflanzen durchsehen, Rückschnitt und Reinigung vornehmen.
Schritt 2: Schädlingskontrolle und befallene Pflanzenteile entfernen.
Schritt 3: Standort auswählen und vorbereiten, z. B. Regale im Keller oder Frostschutz im Garten.
Schritt 4: Gießen anpassen – nicht zu viel, nicht zu wenig.
Schritt 5: Während des Winters regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf nachjustieren.
Wenn du diese Schritte beachtest, kannst du deine Pflanzen gesund durch den Winter bringen und dich im Frühjahr über kräftiges Wachstum freuen.
Häufige Fragen zum Pflanzen überwintern
Welche Pflanzen können draußen überwintern?
Viele heimische und winterharte Pflanzen wie Bodendecker, Stauden und bestimmte Bäume sind an kalte Temperaturen gewöhnt und können draußen überwintern.
Wann sollte ich meine Pflanzen ins Winterquartier bringen?
Sobald die Temperaturen dauerhaft unter 5 °C fallen, sollten frostempfindliche Pflanzen ins Winterquartier gebracht werden.
Wie erkenne ich Frostschäden an Pflanzen?
Frostschäden zeigen sich oft durch verfärbte oder matschige Blätter und Stängel. In diesem Fall sollte die Pflanze an einen geschützten Ort gebracht und beschädigte Teile zurückgeschnitten werden.
Mit diesen Tipps bist du bestens vorbereitet, um deine Pflanzen sicher durch den Winter zu bringen. Wenn du rechtzeitig planst und auf die Bedürfnisse deiner Pflanzen achtest, belohnen sie dich im nächsten Frühjahr mit gesundem, kräftigem Wachstum.

